Warum Haarausfall nach der Schwangerschaft normal ist und was hilft

In der Stillzeit leiden viele Frauen plötzlich unter vermehrtem Haarausfall.1  Wem nicht bekannt ist, dass dieses Phänomen nach der Schwangerschaft häufig auftritt, macht sich vielleicht Gedanken.1  Ausfallende Haare sind zwar unangenehm, doch in der ersten Zeit nach der Geburt ganz typisch und daher kein Grund zur Sorge.1  Was es braucht, ist vor allem Geduld. Wir zeigen Dir, was Du noch tun kannst, um Deinen Körper in dieser Phase zu unterstützen.

 

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Was ist die Hauptursache für Haarausfall in der Stillzeit?

Dank des in der Schwangerschaft erhöhten Östrogenspiegels dürfen sich werdende Mütter oft über dichte und glanzvolle Haare freuen.1 Normalerweise befinden sich diese in einem sich ständig wiederholenden Haarzyklus, der aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase besteht. Die Östrogene schwangerer Frauen halten die Haarfollikel jedoch länger in der Wachstumsphase, da der Körper für das heranwachsende Baby alles auf Erhalt ausrichtet.2 Folglich fallen während dieser Zeit weniger Haare aus.

Keine Sorge!   
Nicht alle Follikel befinden sich ständig in der gleichen Phase. Jedes Haar hat seinen ganz eigenen Zyklus, der gegenüber seinen Nachbarn zeitlich versetzt abläuft. Es befinden sich daher stets einige Haare in der Neubildung, manche im Umbruch und wieder andere fallen gerade aus. Die Haarproduktion verläuft also asynchron.

 

Unmittelbar nach der Geburt sinken die Östrogenwerte aber wieder rasant ab und   viele Follikel wechseln zur selben Zeit in die Ruhephase: Bei vielen Frauen beginnt der nach der Schwangerschaft übliche Haarausfall – das sogenannte postpartale Effluvium.1,3 Dieses Phänomen ist durch einen diffusen Haarausfall im gesamten Kopfbereich gekennzeichnet.

Wie lange der Haarausfall nach der Geburt dauert

Wann der hormonell bedingte Haarausfall nach der Schwangerschaft einsetzt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Meistens beginnt er schon wenige Wochen nach der Entbindung, es kommt aber auch vor, dass er erst 5 Monate nach der Geburt auftritt.3 Doch wann hat das mit dem Haarausfall ein Ende? In der Regel hören die Haare nach einigen Monaten auf auszufallen.3 Es braucht dafür im Normalfall keine Behandlung – der Hormonhaushalt reguliert sich ganz von selbst und dadurch auch das Haarwachstum.3

Hat der Haarverlust etwas mit dem Stillen zu tun?

Zunächst einmal: Dass die Haare dünner werden – das macht allein der fallende Östrogenspiegel.3 Allerdings stellen sich die Hormone bei stillenden Frauen häufig langsamer um, weshalb bei ihnen der Haarausfall oft später einsetzt als bei Müttern, die die Stillzeit längst hinter sich haben.3 In manchen Fällen beginnt der Haarverlust sogar erst nach dem Abstillen.3 Das führt fälschlicherweise gelegentlich zu der Annahme, Stillen sei der Grund für die ausfallenden Haare.

Was hilft gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Wenn der Haarausfall nach der Geburt auch lästig ist, so gehört er doch zum natürlichen Prozess dazu.3 Aber es gibt Möglichkeiten, dem Körper das zu geben, was er in dieser Phase braucht: Vitamine und Mineralstoffe.4 Ernähre Dich dafür gesund und ausgewogen. Auf Deinem Speiseplan sollten

  • Eiweiß,
  • Obst,
  • Gemüse,
  • Vollkornprodukte und
  • „gute Fette“ (ungesättigte Fettsäuren, etwa in Nüssen, Avocados oder pflanzlichen Ölen) stehen. 

Möchtest Du neben einer ausreichenden Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen aber mehr tun, so können folgende Tipps hilfreich sein:3

  • Gehe behutsam mit Deinem Haar um: Verwende Kämme oder Bürsten, die sanft entwirren und dabei die Kopfhaut schonen.
  • Vermeide unnötige Styling-Werkzeuge: Verzichte auf Glätteisen sowie Lockenstäbe, um die Haarstruktur zu schützen.
  • Sorge für ausreichende Regeneration: Gib Deinem Körper Zeit sich zu erholen, indem Du genug schläfst – vielleicht dann, wenn Dein Baby gerade auch schläft.

Falls Dir der Haarausfall nach der Schwangerschaft und in der Stillzeit zu schaffen macht, darfst Du geduldig mit Deinem Körper sein. Das Haarwachstum pendelt sich wieder ein. 

Auch hormonell bedingt: die androgenetische Alopezie 
Neben den hormonellen Veränderungen, die zu einem Haarausfall nach der Schwangerschaft führen, gibt es auch Veranlagungen, die Auslöser für eine weitere Art des Haarausfalls sind, nämlich den hormonell erblich bedingten Haarausfall.

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Bei hormonell erblich bedingtem Haarausfall unterstützen Priorin® Kapseln mit natürlichen Inhaltsstoffen. Damit sind sie auch während der Stillzeit geeignet.

Wann Du aufgrund des Haarverlusts lieber ärztlichen Rat suchen solltest

Eine*n Ärzt*in solltest Du dann aufsuchen, wenn der Haarausfall in der Stillzeit überaus stark ist – täglich deutlich mehr als 100 Haare.3 Sehr selten, etwa bei 2 von 1000 Schwangeren, kann es zu einem sogenannten kreisrunden Haarausfall kommen.1  Er ist durch einzelne kahle Stellen am Kopf zu erkennen.1

Neben hormonellen Ursachen haben folgende Faktoren womöglich Einfluss auf den Haarverlust:1

  • Stoffwechselerkrankungen  (zum Beispiel Schilddrüsenfunktionsstörungen)
  • Eisenmangel (Blutarmut)
  • Ernährungsdefizite  
  • seelischer Stress

Haarausfall erkennen

Deine Haare werden immer dünner und Du fragst Dich, was los ist? Mache hier den Test, um es herauszufinden!

Eine ärztliche Untersuchung durch eine*n Dermatolog*in kann die Ursache für den übermäßigen Haarausfall klären, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

1 „Beschwerden in der Schwangerschaft: Haarausfall“. Familienplanung.de, https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/die-schwangerschaft/beschwerden-und-krankheiten/beschwerden/haarausfall/. Zugegriffen 1. Juni 2023.
2 „Haarausfall“. Familienplanung.de, https://www.familienplanung.de/schwangerschaft/nach-der-geburt/das-wochenbett-von-a-bis-z/die-mutter-im-wochenbett/haarausfall/. Zugegriffen 1. Juni 2023.
3 „Haarausfall nach der Schwangerschaft: Tipps“. AOK - Die Gesundheitskasse, https://www.aok.de/pk/magazin/familie/geburt/haarausfall-nach-der-schwangerschaft-tipps/. Zugegriffen 1. Juni 2023.
4 Koletzko, B., u. a. „Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen: Aktualisierte Handlungsempfehlungen von ‚Gesund ins Leben - Netzwerk Junge Familie‘, eine Initiative von IN FORM“. Monatsschrift Kinderheilkunde, Bd. 164, Nr. 9, 2016, S. 771–798, doi:10.1007/s00112-016-0147-2.